War es ein letzter verzweifelter Versuch des Captains & Coaches in Personalunion, den pöbelnden Altheimer Hooligans aus dem Weg zu gehen, um seinen Job doch noch zu retten? Das ist nur eine Theorie für die ungewöhnliche Anpfiffzeit bereits um 9:00 Uhr am Sonntagmorgen für das vierte Saisonspiel unserer Herren 2 gegen den TC Hainstadt 1. Doch die Maßnahme zeigte Wirkung. In aller Ruhe und nur beobachtet von den beiden Akteuren auf Position 3, die dann in der zweiten Runde zum Einsatz kommen sollten, begann das Duell quasi zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Der Fanboykott ausgerechnet zum weit über die Region hinaus bekannten neckar-odenwälderischen Tennisclasicos kam vielen der Jungs nicht ganz ungelegen, konnten sie sich so doch ausschließlich auf ihr Spiel konzentrieren. Bis mindestens 09:19 Uhr und 68 Sekunden – als Reminiszenz an das Gründungsjahr des Vereins 1968 – wollte der harte Kern der Partie fernbleiben und als Protest von jeglichen stimmungsfördernden Maßnahmen absehen. Erst nachdem der erste Auswärtsfan bereits eingetroffen war, tröpfelten auch nach und nach die ersten einheimischen Schaulustigen ein.

Im Vorfeld war der Versuch der Ultras voraussichtlich nur am Veto des BTV gescheitert, in den Wechselpausen Helene Fischer auftreten zu lassen. Sie hatte angeblich eigens ihren größten Hit „Atemlos durch die Nacht“ umgetextet und sollte mit „Andrélos durch das Match“ gegen den amtierenden Erfolglos-Teamchef André ansingen. A cappella nur begleitet von den rhythmischen Pfiffen der Fanbasis, so war der Plan. Doch der weiterhin amtierende arglose Alleinherrscher André konnte das Vorhaben aufgrund einer Lücke im Reglement in letzter Sekunde gerade noch verhindern. Nichtsdestotrotz fanden sich einige Helene-Groupies noch im Laufe des Tages auf der Anlage ein.

Was das Sportliche betrifft, gab es einige personelle Veränderungen zu verzeichnen, nachdem sich im letzten Duell beide Teams unverändert präsentiert hatten und es gleich zu vier Wiederauflagen der Einzel von 2015 gekommen war. Die Gäste mussten auf ihre alte Nr. 1 sowie 4 verzichten, dafür rückte Nachwuchsmann Niklas Kaufmann, der Fabian herausforderte, sowie der erfahrene Haudegen Elmar Kuhn ins Aufgebot. Zudem hatten sich die frühere 5 & 6 im Vergleich zum Vorjahr auf Position 1 & 3 hochgespielt. Somit bekamen es alle mit neuen Kontrahenten zu tun.

Am eiligsten hatte es das Geburtstagskind vom Vortag, Fabian, der durch sein souveränes 6:2, 6:3 als einziger Herren 2-Vertreter 2017 im Einzel ohne Niederlage bleibt. Etwas schwieriger hatte es hingegen Jan. Doch er hatte bei seinem 6:4, 6:2 das nötige Glück stets auf seiner Seite, so dass sein Widersacher mit den Tennisgöttern haderte. Hatte Jan etwa während der vierwöchigen Saisonunterbrechung seine Schamanen-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen? Anders konnte sich der Hainstädter Selbstmotivationsguru nicht erklären, dass sich nicht nur die Netzkante gegen ihn verschworen hatte, sondern auch der Wind heute offensichtlich etwas gegen ihn persönlich (und nur gegen ihn allein) hatte.

Schwer ins Spiel fand unsere Nr. 2 Marcel. Erst als er mit 2:5 nahezu aussichtslos im ersten Satz zurücklag, besann er sich und konnte sich noch in den Tie-Break retten, den er erfolgreich gestaltete. Im zweiten Durchgang hatte Marcel dann alles im Griff und sicherte dem Heimteam durch sein 6:1 einen weiteren Punkt. Bei einem Zwischenstand von 3:0 schien es eine eindeutige Angelegenheit zu geben. Darüber hinaus zeigten wohl auch Captain Andrés ungewöhnliche Trainingsmaßnahmen endlich die erhoffte Wirkung. Statt am Mittwoch gleich mit dem Tennisball zu üben, hatte er seine Mannen vor der Einheit nach Lehre alter buddhistischer Zen-Mönche zur meditativen Gartenarbeit verdonnert, damit sie ihre spirituelle Mitte finden.

Obwohl Patrick diese Trainingslektion leider verpasst hatte, schien auch er zunächst beflügelt zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Mit 6:3 sicherte er sich die Führung gegen Fabians Angstgegner aus den Vorjahren. Doch die neue Nr. 1 der Hainstädter kam durch ein 6:1 zurück in die Begegnung und bei Patrick kamen die altbekannten Schwierigkeiten wieder zutage. Mit 5:10 musste der einstige Match-Tie-Break-König Patrick schließlich seine Partie abgeben.Noel (vorne links) mit einer Aufschlagskanone, über die selbst Marcel im Bildhintergrund nur staunen kannNoel (vorne links) mit einer Aufschlagskanone, über die selbst Marcel im Bildhintergrund nur staunen kann

Das gleiche Resultat im Entscheidungssatz besiegelte auch Noels Niederlage. Zuvor hatte er sich nach einem knappen 4:6 mit 6:2 gut zurückgemeldet, musste allerdings in den finalen Momenten dem wesentlich routinierteren Altmeister aus Hainstadt den Sieg überlassen. Immerhin feierte er seinen ersten Satzgewinn im Einzel und befindet sich auf dem richtigen Weg. Nun stand es also nur noch 3:2 und angesichts des noch ausstehenden Einzels von Spielertrainer André schwante den Fans Schlimmstes.

André traf ausgerechnet auf Schamanen-Jans Albtraum, der nicht nur ihn zwei Mal bezwingen konnte, sondern auch insgesamt mit einer 12:2-Einzelbilanz aufwartet. Der Auftakt verlief ausgeglichen. Nach dem 2:2 hatte sich André jedoch besser auf die widrigen Windbedingungen auf Platz 2 eingestellt und konnte mit einem Zwischenspurt zum 5:2 die Weichen in die richtige Richtung stellen. Mit 6:3 war der erste Schritt schließlich gemacht. Nach erneutem Beginn auf Augenhöhe spielte André zu passiv und so konnte sich der Hainstädter auf 4:2 absetzen. Die Zaungäste schienen in ihrer skeptischen Grundhaltung André gegenüber bestätigt.

Nachdem die zunächst vorgesehenen Nachfolgekandidaten Hans Sarpei und Chuck Norris wohl bereits frühzeitig aufgrund Aussichtslosigkeit abgewunken haben, gilt aktuell ein alter Bekannter als großer Favorit auf das praktisch vakante Amt: Simon G. (27), Andrés Vorgänger und designierter Nachfolger, trudelte nun auf der Anlage ein, um sich selbst einen Überblick über den Zustand des Teams zu machen. Ein klares Zeichen des Vorstandes und der Druck auf André stieg bei ohnehin sehr warmen Temperaturen ins Unermessliche. Die Ablösung noch vor den Doppeln schien besiegelt.

Doch André fightete sich überraschend zurück ins Match und schaffte den sensationellen Ausgleich zum 4:4 und letztendlich sogar den nicht mehr für möglich gehaltenen 6:4-Satz- und Matchgewinn. Die Wachablösung war damit erstmal verschoben. Auf Bewährung durfte er also doch noch die Doppeleinteilung vornehmen. Ein weiterer Punkt fehlte den Herren 2 jetzt nur noch zum ersehnten ersten Saisonerfolg.

Den Auftakt machte das 2er-Doppel um Noel und Marcel, die nach einer bitteren Drei-Satz-Niederlage in ihrem ersten gemeinsamen Auftritt auf die Nr. 2 der Gäste sowie einen ausgeruhten neuen Spieler, der die Nr. 6 ersetzte, trafen. Nach ständigen Führungswechseln hieß es aber beide Male 4:6 und insgesamt nur noch 3:4. Die vierte Doppel-Schlappe trotz dreier verschiedener Partner in dieser Saison für Marcel, der hier noch nicht wieder in die Erfolgsspur gefunden hat.

Zeitgleich tat sich das sieggewohnte 3er-Doppel mit Jan und André anfangs ebenfalls ungewohnt schwer. Die Abschlussschwäche am Netz der Hainstädter Nr. Patrick kommt dynamisch gerade noch rechtzeitigPatrick kommt dynamisch gerade noch rechtzeitig5 sowie dessen über Sekundenbruchteile anhaltende spontane Kurzerblindung sorgten dafür, dass bis zum 3:3 trotzdem alles offen blieb. Nun musste Jan wieder einen Fluch gegen seinen Einzelgegner ausgesprochen haben, denn während der ob seiner unglücklichen Fehlschläge immer mehr verzweifelte, bekamen Jandré das Match immer besser in Griff. Dem 6:3 im ersten ließen sie ein 6:0 im zweiten Satz folgen und die Partie war entschieden.

Im abschließenden und hochklassigsten Doppel nominierte André erstmals Patrick & Fabian gemeinsam. Auch dieser Schachzug sollte sich auszahlen und so gelang dem im Einzel dieses Jahr noch sieglosen Patrick mit 7:5, 6:2 bereits der zweite Doppeltriumph. Durch den 6:3-Befreiungsschlag darf Coach Knell nun vorerst seinen Posten behalten. Die Verantwortlichen sprachen ihm das Vertrauen aus und gaben ihm eine Jobgarantie unter Vorbehalt bis zum nächsten Spiel in zwei Wochen in Osterburken.

Allerdings erschüttert schon der nächste Eklat die frischgewonnene Harmonie um die Herren 2. Wie wir aus gewöhnlich gut unterrichteten Mannschaftskreisen erfahren haben, soll das Team nämlich hoch verschuldet sein. Andrés Misswirtschaft und zügellose Investitionen in Textilien sollen zu einem Schuldenstand im niedrigen zweistelligen Bereich geführt haben, heißt es offiziell hinter vorgehaltener Hand. Möglicherweise sind aber auch andere Gründe ursächlich.

Hohe Prämien für die Herren 1-Spieler-Ausleihe, unerwartet hohe Siegprämien in dieser Saison sowie ein Kaderumbruch zur diesjährigen Spielzeit in Felix Magath-Manier mit gleich zwei Neuzugängen, werden als mögliche Erklärungen angeführt. Peter Zwegat soll zwar seine Hilfe angeboten haben, doch Schamanen-Jan, dessen Abgang droht, bei einem seiner TanzritualeSchamanen-Jan, dessen Abgang droht, bei einem seiner Tanzritualedie Lage soll nach unseren Informationen ziemlich hoffnungslos sein. Ein angedachtes Benefizspiel gegen die Götzinger Rivalen aus dem Nachbarort wurde aus Angst vor Fanausschreitungen wieder verworfen.

Lokalmatador Jan soll unterdessen bereits offen mit einem Sportartwechsel zum lukrativeren Fußball gedroht haben, falls seine Prämien in Gefahr sind. Der ortsansässige VfB oder China, falls sie ihn sich überhaupt leisten können, seien die wahrscheinlichsten Alternativen. Um einen Wechsel des Sympathieträgers zu verhindern und den Spielbetrieb mit den beiden verbleibenden Auswärtsauftritten in Osterburken und Dallau aufrechtzuerhalten, soll zeitnah eine Spendenhotline eingerichtet werden.

Ergebnisse

Komplette Galerie der Herren II 2017

Termine

Donnerstag, 17.10.19

17:30 Uhr: Doppelabend


Samstag, 19.10.19

19:00 Uhr:

italienischer Abend: Saisonabschlussfeier


Samstag, 26.10.19

09:00 Uhr: Arbeitseinsatz Plätze


Montag, 09.12.19

19:00 Uhr: Vorstandssitzung


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