Neun wagemutige Recken stellten sich am Feiertag den als Handicaps getarnten Gemeinheiten des Organisationskomitees des zweiten Gauditurniers. Ab 13 Uhr wurden zunächst in zwei 4er-Gruppen die Qualifikanten der A- und B-Finalrunde ermittelt. In Gruppe 1 waren neben Christian Lauer, Helmut Kappes sowie der kurzfristig eingesprungenen Wild-Card-Inhaberin Melanie Kappes auch die Nachwuchskräfte Laurien Frank und Antonia Müller als 2er-Duo vertreten.

Die Teilnehmer und Organisatoren des zweiten TC-GauditurniersDie Teilnehmer und Organisatoren des zweiten TC-Gauditurniers

Zunächst kam es zum Vater-Tochter-Duell, bei dem Melanie den Kinderschläger besser im Griff hatte als Helmut die Gießkanne und mit 10:9, 10:5 gewann. Anschließend versuchte Christian den 1,40 m-langen Schläger zu bändigen, was ihm nach dem 7:10 im zweiten Satz besser gelang – 10:7. Laurien und Antonia mussten nach diesem Unentschieden gleich noch einmal ran.

Sie mussten sich immer abwechselnd mit einem einzigen Schläger durch die Partien schlagen und hatten vor allem zu Turnierbeginn Schwierigkeiten, die Aufschlagszuwürfe der Mitspielerin gut zu verwerten. Auch Helmut, nun in Handschellen, profitierte so mehrfach von Doppelfehlern der Youngster.

Im Aufeinandertreffen von Melanie (Drehwurm) und Christian (Schlägerwechsler) konnte sich der Herren 1-Schnibbelkönig mit 10:9, 10:6 durchsetzen. Mit der Pfanne kam er anschließend gegen Helmut (mit Vesperbrett) im sogenannten „Kochduell“ im ersten Durchgang überhaupt nicht zurecht. Den zweiten konnte er hingegen mit 10:6 für sich verzeichnen. Gerade gegen Ende der Begegnung sah das sogar nach richtigem Tennis aus.

Am ausgeglichensten verlief die letzte Gruppenpartie. Melanie zog auf einem Bein hüpfend zwei Mal knapp den Kürzeren gegen Laurien & Antonia und landete in der Gruppe letztlich auf dem vierten Rang hinter ihren Kontrahenten. Das 2er-Duo verpasste nur aufgrund des schlechteren Punktverhältnisses den Einzug in die A-Finalrunde knapp hinter Helmut. Mit 4:2-Sätzen Erster wurde Christian.

In Gruppe 2 versuchten sich Verena und Gaby Kappes, das Jugendtalent Pia Weber sowie Herren 2-Vertreter Fabian Schnorr. Trotz energiegeladener Schläge war das Vesperbrett für Verena gegen Fabian ein zu großes Handicap. Obwohl Fabian bei jedem Schlag in die Hocke gehen musste, um mit einer Hand den Boden zu berühren, konnte er 10:5, 10:7 gewinnen.

Hin und her ging es zwischen Pia und Gaby. Als Jugendspielerin durfte Pia ohne Handicap antreten, während sie auf Gabys Spielfeldseite diverse Hindernisse ausbreiten durfte. Das nutzte sie zunächst zu einem 10:5. Danach kam Gaby besser zurecht und siegte 10:2. Ausgeglichen für jeden einmal 10:8 hieß es bei Pias zweitem Auftritt gegen Verena, deren Beine zusammengebunden waren und ihren Bewegungsdrang stark einschränkten.

Noch ein Duell mit zwei unterschiedlichen Durchgängen gab es zwischen Fabian, der sich einbeinig hüpfend fortbewegen musste, und Gaby, deren Schläger mit einer Hülle bedeckt war. Aus Fabians Sicht hieß es letztendlich 10:5, 4:10. Chancenlos waren in den letzten beiden Begegnungen sowohl Verena als auch Fabian mit dem extralangen Schläger. Verena verlor mit 5:10, 2:10 gegen Gaby mit dem Kinderschläger und Fabian gegen Pia jeweils 5:10.

Auch in dieser Gruppe konnte niemand eine weiße Weste wahren. Mit 4:2-Sätzen war Gaby am erfolgreichsten vor Pia. Nur Platz 3 blieb für Fabian vor Verena. Sie erwischte auch in der Vorschlussrunde mit der Pfanne wieder ein - im wahrsten Sinne - schweres Handicap. Beide Male 8:10 verlor sie gegen Laurien & Antonia.

Noch umkämpfter war das zweite Halbfinale der B-Runde. Fabian musste mit den Hindernissen zurechtkommen, während Melanie mit aufgespanntem Regenschirm über den Platz wetzte. Sie musste sich nach dem 8:10, 10:6 und 8:10 mit dem Spiel um Platz 7 begnügen. Während Melanie hier mit dem Vesperbrett als Racketersatz hantieren musste, versuchte Verena mit der präparierten und stark sichteinschränkenden Schutzbrille den Durchblick zu bewahren. Mit 10:8 und 14:12 hatte sie schließlich das bessere Ende für sich und sicherte sich Platz 7.

Im Aufeinandertreffen um Platz 5 benötigte Fabian zu lange, um sich auf die Pfanne einzustellen. Erneut konnten sich Laurien & Antonia gegen dieses Handicap durchsetzen und eroberten mit 10:5, 11:9 Position 5 im Endklassement. Die vier Halbfinalisten der A-Runde ermittelten währenddessen die Ränge 1-4.

Zunächst kam es zur Begegnung von Gaby und Helmut, die bei der Premiere des Gauditurniers 2017 noch gemeinsam als Mixed-Duo Hand in Hand für Furore gesorgt hatten. Während Gaby die dicken Winterhandschuhe anziehen musste, kam Helmut mit der Schlägerhülle nach Beginn auf Augenhöhe immer besser zurecht. Mit 8:10, 10:6 und 10:2 zog er ins Endspiel ein. Die Beeinträchtigung „Hocke“ konnte Christian gegen Pia nicht stoppen. Durch sein 10:7, 10:6 marschierte er wie im Vorjahr ins Finale.

Doch zunächst duellierten sich noch Gaby und Pia um die Bronzemedaille. Nachdem es in der Vorrunde ein Unentschieden gegeben hatte, konnte sich nun Gabys Routine mit 10:6, 10:6 durchsetzen, obwohl sie mit zwei Schlägern bewaffnet abwechselnd die Bälle treffen musste. Für Pia reichte es bei ihrem Turnierdebüt immerhin zu einem guten vierten Platz.

Nachdem Christian und Helmut in der Vorrunde bei ihrem ersten Duell so viel Spaß an ihren Handicaps Pfanne und Vesperbrett gefunden hatten, wollten sie das Finale erneut auf diese Weise bestreiten. Die Turnierleitung gab der Bitte statt. Nach einem Durchgang wechselten die beiden die Handicaps. Das änderte jedoch nichts daran, dass Christian beide Sätze für sich entscheiden konnte.

In Abwesenheit der anderen Top 4-Platzierten aus dem Vorjahr setzte sich also der große Favorit letztendlich durch, während dem zuletzt zweimaligen Ortsturnierseriensieger Helmut das Double als Krönung seiner Laufbahn (noch) verwehrt bleibt. Vielleicht nimmt er im nächsten Jahr einen neuen Anlauf. Mit der Siegerehrung und einer kurzen Rede der Vorstandsvizevorsitzenden endete die gelungene und sehr witzige Veranstaltung.

Ergebnisübersicht:

 

Vorbericht 1:

Am Mittwochsfeiertag veranstaltet der TC ab 13 Uhr sein zweites Gauditurnier auf seiner Clubanlage. Die Besonderheit dieses Wettstreits: Je nach Spielstärke müssen die Akteure mit verschiedenen und wechselnden Handicaps wie einer gefüllten Gießkanne, einem aufgespannten Regenschirm oder einem Vesperbrett statt einem normalen Tennisracket antreten.

Lediglich Jugendliche dürfen ohne Beeinträchtigungen die Duelle gegen Erwachsene absolvieren. Somit besitzen also auch nicht so versierte Spieler beim Kampf um den Titel gute Chancen und der Modus sorgt automatisch für ein Kräftemessen auf ähnlichem Niveau. Fast eine zweistellige Teilnehmerzahl hat sich angemeldet und stellt sich den Herausforderungen im Kampf um die Krone.

Bei der Premiere im Vorjahr, als insgesamt 15 Akteure teilnahmen, gab es durch den speziellen Modus viele nichtalltägliche Ballwechsel zu bestaunen. Im Finale konnte sich letztlich Thomas Sommer knapp gegen Christian Lauer durchsetzen. Dritter wurde Julian Mechler vor einem Dreier-Team mit Elisa und Frank Czerny sowie Stephan Lehner.

Finalist Christian Lauer geht beim jetzigen Kräftemessen als großer Favorit der Buchmacher ins Rennen. Alle anderen Halbfinalisten können aus verschiedenen Gründen nicht erneut antreten, auch Thomas Sommer hat verletzungsbedingt nicht die Möglichkeit, seinen Titel zu verteidigen.

Zudem haben sich bei der diesjährigen Auflage zwei Nachwuchshoffnungen zur gemeinsamen Teilnahme entschlossen. Die U14-Spielerinnen Laurien Frank und Antonia Müller müssen sich dabei während des Ballwechsels permanent abwechseln und nur einen Schläger teilen. Es wird spannend, zu beobachten, ob sie an den guten vierten Platz ihrer Vorgänger anknüpfen können.

Neben einigen weiteren bewährten Handicaps aus 2017 hat sich das Organisationskomitee um Fabian Schnorr und André Knell in den vergangenen Wochen viele neue Gemeinheiten ausgedacht, die die Protagonisten vor ungewohnte Schwierigkeiten stellen werden. Unter anderem hat man auch einen XXL-Schläger mit doppelter Länge am Start. Das Turnier endet nach dem Finale gegen 18 Uhr.

Vorbericht 2:

Nach dem erfolgreichen Start im Vorjahr, veranstalten wir auch 2018 wieder unser beinahe schon legendäres Gauditurnier. Die zweite Auflage findet nun erneut am Feiertag, Mittwoch, den 3.Oktober statt. Turnierbeginn ist um 13 Uhr. Anmeldeschluss ist Montag, der 1.Oktober. Anmelden können sich alle Interessierten über die Liste am Clubheim oder direkt bei der Turnierleitung um Homepagewart André.

Der Clou des Gauditurniers: Je nach Spielstärke müssen die Akteure mit verschiedenen und wechselnden Handicaps wie einer gefüllten Gießkanne oder einem aufgespannten Regenschirm antreten. Lediglich Kinder und Jugendliche dürfen ohne Beeinträchtigungen die Tennismatches gegen Erwachsene absolvieren. Damit sind also auch die Nichtmannschaftsspieler beim Kampf um die Krone nicht chancenlos und es gibt sicher wieder etliche nichtalltägliche Ballwechsel zu bestaunen.

Neben den Einzelteilnehmern sind auch Teams für mehrere Mitstreiter mit einem dauerhaften Handicap vorgesehen: Ein Duo muss dabei seine Duelle permanent Hand in Hand bestreiten. Während sich dies speziell für eine Kombination von Links- und Rechtshänder eignet, bietet die Variation „Kreisel“ Akteuren mit gleicher Schlaghand eine Alternative. Hier müssen sie ebenfalls Hand in Hand antreten, aber zusätzlich abwechselnd und um 180 Grad drehend agieren.

Geplant ist ferner eine Mannschaft, die aus drei Spielern besteht und sich mit nur einem Schläger während des Ballwechsels abwechseln muss. Besonders kräftige Duos können sich „Huckepack“ versuchen. Der Vorteil, beide dürfen einen Tennisschläger nutzen und jederzeit die Bälle spielen. Zwischen den Ballwechseln darf natürlich die Rolle des Trägers getauscht werden. Ansonsten gibt es für die Einzelwettstreiter und Schaulustigen wieder viele bewährte Handicaps zu erleben sowie einige noch streng geheime Neuerfindungen.

Vielleicht erfüllt sich dadurch wieder für den ein oder anderen Normalsterblichen der ansonsten illusorische Traum, einmal eine Clublegende wie Verena Kappes auf dem Tennisplatz in seiner Paradedisziplin zu bezwingen, Herren 2-Star Fabian Schnorr in seinem "Wohnzimmer" mit dem Filzball vorzuführen oder den Mixed 1-Meister von 2017, Christian Lauer, auf dem Court alt aussehen zu lassen.

Bericht zum letztjährigen Gauditurnier mit Bildern